Freitod


Vergiftet am Kanal

Auf dem Kanaldamm bei Baiersdorf wurden am Samstag abend zwei Wanderburschen, Brüder aus Kulmbach, vergiftet aufgefunden. Der eine war bereits tot, während der andere auf dem Transport starb. Ob Freitod oder Unglücksfall vorliegt konnte noch nicht ermittelt werden.

25.04.2002

 

19-Jähriger sprang auf die Gleise

Wuppertal (red). Schwer verletzt wurde Mittwoch ein 19-Jähriger, der gegen 13.50 Uhr in Wuppertal-Vohwinkel von der "Langen Brücke" auf die Gleise gesprungen war. Der Lokführer einer S-Bahn konnte seinen Zug noch rechtzeitig zum Stillstand bringen. Der junge Mann, der nach den bisherigen Ermittlungen von Bundesgrenzschutz und Polizei Freitod begehen wollte, wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Die Bahnstrecke war bis 14.50 Uhr gesperrt.

25.04.2002

 

Schock: Wer den Fahrern hilft

Dresdner Verkehrsbetriebe setzen auf Betreuung durch Fachleute und Kollegen

In diesem Jahr endeten bereits drei Straßenbahn-Unfälle mit Fußgängern tödlich. Die Fahrer erlitten schwere Schocks. Verkehrspsychologen und Kollegen helfen ihnen, den Berufsalltag wieder in den Griff zu bekommen.

Den Abend des 29. Januar wird der Fahrer der Linie 8 sein Leben lang nicht vergessen: In einem Waldstück in Hellerau springt plötzlich ein Mann hinter einem Mast hervor und wirft sich direkt vor die Straßenbahn. Der Fahrer hat nicht die geringste Chance, sein schweres Fahrzeug noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Schon unter Schock ruft er die Leitstelle an und ist dann eine schier endlose Zeit mit dem übel zugerichteten Toten und den verstörten Fahrgästen allein.

Anblick brannte sich tief ins Gedächtnis ein

„Weil der Unfallort abseits liegt, dauerte es eine Weile, bis Hilfe kommen konnte“, sagt Ullrich Funk, Abteilungsleiter bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. „Der schreckliche Anblick brannte sich in der Zwischenzeit tief in das Gedächtnis des Fahrers ein.“ Zu allem Überfluss sei der Mann dann auch noch von Neugierigen bedrängt und ausgefragt worden. Die herbeigeeilten DVB-Leute mussten ihren Kollegen erst einmal abschirmen und ihm das Gefühl vermitteln, dass sie von jetzt an für ihn da sein würden.

Nach der ärztlichen Kontrolle sei es selbstverständlich, sagt Funk, dass Vertraute den traumatisierten Fahrer nach Hause begleiten und möglichst bald das Gespräch über das schlimme Erlebnis beginnen. „So etwas lässt sich nur durch Reden verarbeiten. Das gemeinsame Ausfüllen des Unfallberichtes ist oft ein erster Schritt.“ Auf jeden Fall dürfe dem Betroffenen keine Zeit zu langen Grübeleien bleiben.

Verkehrspsychologen erarbeiten dann eine ganz individuelle Wiedereingliederungs-Empfehlung. Darin ist festgehalten, wann und wie der Fahrer wieder an seinen normalen Arbeitsalltag herangeführt werden soll. „Am schlimmsten ist oft die Wiederbegegnung mit der Unfallstelle“, sagt Funk. Psychologe und Fahrlehrer sind bei den ersten Touren dabei und schätzen ein, ob der Fahrer noch immer unter Schock steht oder wieder völlig normal reagiert.

Pro Jahr brauchen durchschnittlich zwölf DVB-Mitarbeiter eine intensive Betreuung nach einem Unfall. „Nicht alle haben so Schreckliches erlebt wie der Mann von Hellerau“, sagt Hans-Jürgen Burkhardt vom Betriebshof Tolkewitz. „Doch auch Ereignisse mit weniger tragischem Ausgang können die Fahrer sehr aufwühlen. Zum Beispiel, wenn der Verursacher Unfallflucht begeht.“ Meist müssten die Betroffenen ein bis zwei Wochen lang begleitet werden. Der Fahrer von Hellerau hatte das Erlebnis jedoch erst nach sieben Wochen so weit verarbeitet, dass er wieder eine Straßenbahn im Linienbetrieb steuern konnte.

Eine Unfall-Folgebetreuung in dieser Form gibt es bei den Verkehrsbetrieben erst seit März 1998. Damals begann das Unternehmen, Dispatcher, Betriebshofleiter und andere Vertrauensleute für die Gespräche nach schlimmen Erlebnissen auszubilden. Medizinisch-fachliche Hilfe konnte so mit einer kollegialen kombiniert werden. „Verkehrspsychologen gab es auch früher schon“, sagt Burkhardt. „Doch es lief alles nicht so gut zusammen. Die soziale Seite wurde weniger berücksichtigt.“

Zu DDR-Zeiten sei es vorgekommen, dass sich Fahrer gleich nach dem Unfall wieder ans Steuer gesetzt hätten. Funk erinnert sich aber auch an einen Fall, wo ein Mitarbeiter nach einem Zusammenstoß mit einem Kind nicht einmal mehr ein Privatauto lenken wollte. „Dass die Betroffenen heute so umfassend betreut werden, bewahrt sie selbst und ihre Fahrgäste vor möglichen Spätfolgen“, sagt Funk.

Zwei Fußgänger von Straßenbahnen erfasst

Unterm Strich ist die Zahl der Unfälle in den vergangenen drei Jahren leicht zurückgegangen. 2001 waren Straßenbahnen 363-mal und Busse 255-mal an Zusammenstößen beteiligt; zwei Menschen verloren dabei ihr Leben.

Dieses Jahr scheint für die Verkehrsbetriebe jedoch ein Unglücksjahr zu werden, denn allein in den ersten knapp vier Monaten endeten drei Vorfälle tödlich. Nach dem Freitod Ende Januar wurde Mitte Februar eine 80-jährige Frau auf der Grunaer Straße überfahren – auf dem Weg ins Krankenhaus erlag sie ihren Verletzungen. Am vergangenen Montag starb auf der Königsbrücker Straße oberhalb der Haltestelle Industriegelände ein 23-jähriger Mann. Auch er war von einer Bahn erfasst worden. Den Fahrer traf in keinem der drei Fälle Schuld.

25.04.2002

 

Freiheit schnell verspielt

Oberaudorf - Massive Freitod- und Morddrohungen hat ein 41-jähriger polizeibekannter Oberaudorfer in stark alkoholisiertem Zustand gegen sich und seine Ehefrau ausgesprochen. Danach entfernte er sich von seiner Wohnung und brach auf der Straße zusammen. Um ihm zu helfen, rief der Sohn die Rettungsleitstelle Rosenheim an.

Als jedoch das BRK kam und den Mann mitnehmen wollte, sprang er plötzlich auf und wehrte sich mit allen Kräften. Erst mit Unterstützung einer Polizeistreife gelang es, den Tobenden zu bändigen, zu fesseln und in der Polizeiinspektion in eine Zelle zu bringen. Dort tobte er weiter. Nach ärztlicher Untersuchung wurde der 41-Jährige in das Bezirkskrankenhaus Gabersee eingeliefert, das er erst vor zwei Tagen nach einer Alkoholentziehung verlassen hatte.

25.04.2002

 

Risikoverhalten bringt Männer früher ins Grab

Experte: Frauen achten besser auf ihren Körper

Landau (rpo). Dass Frauen älter werden als Männer, ist bekannt. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs geht diese Schere immer weiter auseinander. Der Landauer Sexualforscher Norbert Kluge glaubt jetzt auch den Grund dafür gefunden zu haben: Männer leben einfach risikoreicher.
Frauen altern nicht nur besser, wie es der Schweizer Schriftsteller Max Frisch ausgedrückt hat, sie leben auch deutlich länger als ihre männlichen Zeitgenossen. Zwar werden Angehörige beider Geschlechter im Prinzip immer älter. Wie Kluge in einer neuen Studie aufzeigt, hat sich jedoch seit Ende des Zweiten Weltkriegs die Schere zwischen der durchschnittlichen Lebenserwartung des Mannes und der Frau zunehmend geöffnet.

Jahrhundertelang lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in Europa kaum höher als 30 Jahre. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts vollzieht sich dann ein rasanter Wandel. 1870 liegt die Lebenserwartung von Männern in Deutschland bereits bei 35,6, die von Frauen bei 38,5 Jahren. 1930 können Männer bereits davon ausgehen, im Durchschnitt knapp 60 Jahre, Frauen sogar knapp 63 Jahre alt zu werden. Heute darf ein Mann auf ein Lebensalter von 74,4 Jahren hoffen. Bei Frauen sind es inzwischen 80,6 Jahre.

Vorsprung ausgebaut

Verbesserungen in Ernährung und Gesundheitswesen gelten als wesentliche Gründe dafür, dass Frauen und Männer in Industriestaaten immer älter werden. Auffällig ist allerdings, dass das weibliche Geschlecht den schon im 19. Jahrhundert bestehenden Vorsprung bei der durchschnittlichen Lebenserwartung seit Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich hat ausbauen können.

Konnten Frauen bis etwa 1930 erwarten, im Durchschnitt 2,9 Jahre älter zu werden als ihre Männer, wuchs der Abstand nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts bis 1990 auf 6,5 Jahre. Die Ursache dieses Phänomens ist unter Wissenschaftlern umstritten.

Laut Kluge sind in der Vergangenheit vor allem genetische oder hormonelle Unterschiede zwischen Männern und Frauen als Erklärung heran gezogen worden. Der Landauer Sexualforscher dagegen sieht eine wesentliche Ursache für den zunehmenden Vorsprung der Frauen im unterschiedlichen Risikoverhalten der Geschlechter.

Ein Zustand mit tragischen Folgen

"Generell kann gesagt werden, dass die westlichen Industriegesellschaften Männern ein höheres Maß an Risikoverhalten zubilligen als den gleichaltrigen Frauen", betont Kluge. Ein Zustand mit oft tragischen Folgen: So seien von den rund 11.000 Verkehrstoten, die in der Altersgruppe zwischen 15 und 24 jedes Jahr EU-weit zu beklagen sind, etwa 80 Prozent junge Männer. Auch beim Freitod dominierten junge Männer gegenüber den Frauen etwa im Verhältnis drei zu eins.

Bis ins Alter von etwa 70 Jahren fallen Männer nach Kluges Untersuchung zudem gefährlichen Krankheiten deutlich häufiger zum Opfer als Frauen. "Ein umfassender Vergleich der Sterbeziffern legt es nahe, im Tod einen Freund und ständigen Begleiter des Mannes zu sehen", erklärt der Sexualforscher. Das im Wortsinn lebensgefährliche Risikoverhalten der Männer setze sich bei der Gesundheitsvorsorge fort.

Aufmerksameres Verhältnis zum Körper

So hätten bei einer Erhebung im Auftrag der Universität Landau 74 Prozent der Frauen angegeben, sie versuchten den Konsum von Alkohol, Kaffee und Zigaretten zum Wohle der Gesundheit einzuschränken. Bei den Männern waren es nur 62 Prozent. Ähnlich unterschiedliche Antworten gaben Angehörige beider Geschlechter bei Fragen nach dem Bemühen um eine ausgewogene Ernährung, ausreichenden Schlaf oder die Kontrolle des Körpergewichts.

Frauen hätten ein aufmerksameres Verhältnis zu ihrem Körper, bilanziert Kluge: "Dies stellt zugleich einen wichtigen Beitrag zur Verlängerung des eigenen Lebens dar."

25.04.2002

 

China:

Mehr als 20 Nordkoreaner flüchten in spanische Botschaft

Mehr als 20 nordkoreanische Flüchtlinge haben am Donnerstag Zuflucht in der spanischen Botschaft in Peking gesucht. Die Gruppe, darunter sechs Familien, wolle nach Südkorea abgeschoben werden, berichteten informierte Kreise in der Botschaft.

Die chinesische Polizei hat das Gebäude abgeriegelt. In einer Erklärung drohten die Nordkoreaner mit Freitod, falls die chinesischen Behörden sie nach Nordkorea abschieben sollten. Die Gruppe habe sich am Morgen einen Weg an den chinesischen Wachen vor der Botschaft vorbei durch das Tor gebahnt. Spanische Diplomaten erörterten die Lage mit den chinesischen Behörden.

Gruppe droht mit Freitod

In einer Erklärung der Flüchtlinge, die über die in Tokio ansässige Organisation Life Funds for North Korean Refugees verbreitet wurde, hieß es, die Gruppe bestehe aus 25 Männern, Frauen und Kindern im Alter zwischen 10 und 52 Jahren. Im vergangenen Jahr seien sie „auf der Suche nach Essen und Freiheit von Unterdrückung“ nach China gekommen. Doch seien sie von chinesischen Behörden aufgegriffen, zurückgeschickt und in Nordkorea zeitweise in Haft gesteckt worden. Sie hätten die nächste Gelegenheit ergriffen, um wieder zu fliehen.

„Wenn wir von der chinesischen Regierung wieder gewaltsam zurückgeschickt werden, ist unser Leben in größtmöglicher Gefahr.“ Die Nordkoreaner fordern, dass ihnen Flüchtlingsstatus eingeräumt werde. „Einige von uns tragen Gift bei sich, um Freitod zu begehen, falls die chinesischen Behörden entscheiden, uns wieder nach Nordkorea zu schicken“, hieß es in der Erklärung der Flüchtlinge.

26.04.2002

 

Frau beging Freitod

Dülken. Der Tod einer Frau (32), die in Dülken wohnte und aus dem Kosovo stammte, ist aufgeklärt: Sie hat Freitod begangen.

Eine Anwohnerin hatte die Leiche am Mittwochmorgen auf dem Schulsportgelände am Wacholderweg in Dülken-Nord gefunden (die WZ berichtete). Über eine Vermisstenanzeige des Ehemannes konnte sie schnell identifiziert werden.

Die Ermittlungen der Polizei und eine Obduktion ergaben übereinstimmend den Freitod.

26.04.2002

 

Sieben Rügen gegen Zeitungen

Bonn (AP) - Der Deutsche Presserat hat insgesamt sieben Rügen gegen Zeitungen und Zeitschriften ausgesprochen, weil sie gegen anerkannte publizistische Grundsätze verstoßen hätten. Wie das Selbstkontrollgremium am Mittwoch in Bonn mitteilte, ergingen allein zwei Rügen gegen die "Bild''-Zeitung. In drei Fällen sei der Grundsatz der Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung verletzt worden.

Der "Bild''-Zeitung warf der Presserat vor, in einem Bericht über einen Freitod in Hannover den Schutz von Betroffenen bei Unglücksfällen und die erforderliche Zurückhaltung bei der Berichterstattung missachtet zu haben. In einem Prozessbericht über den Missbrauch Minderjähriger habe dieselbe Zeitung Persönlichkeitsrechte des Opfers verletzt und noch dazu fälschlicherweise in der Überschrift über einen Freispruch des Täters berichtet und damit gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen.

Das "FHM - For Him Magazine'' wurde gerügt, weil es einen Artikel über den Handel mit Leichenteilen in Nigeria "in menschenverachtender Weise bebildert'' habe. Die "Leine-Deister-Zeitung'', die Zeitschrift "Selber Bauen'' und die Tageszeitung "Die Welt'' mussten Rügen wegen Schleichwerbung einstecken.

26.04.2002

 

 

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